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Übung macht den Meister – Die Wasserwacht Bad Staffelstein probt für den Ernstfall

Am 29.08.2026 staunten so manche Spaziergänger, als sie bei ihrer morgendlichen Runde um den Staffelsteiner Ostsee vorsichtig von einem Wasserrettungsfahrzeug mit angehängtem Boot passiert wurden. Die Wasserwacht Bad Staffelstein war auf dem Weg zu einer Übung.

Wie bei einem echten Einsatz wussten die Einsatzkräfte zunächst nicht, was sie erwartete. Sie erhielten lediglich einen kurzen Alarmtext: „Person seit ca. 30 Minuten vermisst, Wachleiter an der Wachstation vor Ort – bitte dort melden“. Am Einsatzort wurden sie vom Wach- und Übungsleiter in Empfang genommen und in die Situation eingewiesen. Eine Schwimmerin wurde vermisst und die Aufgabe war es den See und das Ufer abzusuchen. Der SEG-Führer Johannes Lohneis gab daraufhin den Auftrag, das Motorrettungsboot für die Suche vorzubereiten, während die Wasserretter ihre persönliche Schutzausrüstung anlegten. Begleitet wurde der gesamte Übungsablauf vom Übungsleiter und Wasserretter-Ausbilder Jeremias Felix sowie von der Übungsbeobachterin Leonie Imhof. Sie hatten die Aufgabe, das Vorgehen genau zu beobachten und im Anschluss ein möglichst qualifiziertes Feedback zu geben.

Sobald Boot und Mannschaft einsatzbereit waren, begann die Suche. Einen Teil des gut einsehbaren Ufers kontrollierte die Bootsbesatzung, während unübersichtliche Bereiche von den Wasserrettern zu Fuß oder schwimmend abgesucht wurden. Schon nach kurzer Zeit konnte die vermisste Person gefunden werden. Als Mime hatte sich dankenswerterweise Martyna Surmacz zur Verfügung gestellt. Das Übungsszenario: Sie war beim Baden ans andere Ufer geschwommen und wollte auf einen niedrigen Ast am Wasser klettern. Dabei rutschte sie ab und zog sich einen Knöchelbruch zu. Ein eigenständiger Rückweg war damit nicht mehr möglich. Nun waren neben den Fähigkeiten der Wasserrettung auch Kenntnisse in der sanitätsdienstlichen Versorgung gefragt. Der simulierte Bruch wurde mit einer Alupolsterschiene versorgt. Für den anschließenden Transport kam ein Spineboard zum Einsatz. Das stabile und schwimmfähige Kunststoffboard ermöglicht eine möglichst schonende, liegende Rettung auch aus schwer zugänglichem Gelände. Am Ausgangspunkt wurde die Patientin schließlich an den fiktiven Rettungsdienst übergeben.

In einem zweiten Szenario schwamm die Unfalldarstellerin zum Sprungturm. Dort galt es, einen vermeintlichen Sturz von der Leiter des 3-Meter-Turms zu bewältigen. Da die angenommene Sturzhöhe mehr als zwei Meter betrug, mussten die Einsatzkräfte von einer möglichen Verletzung der Wirbelsäule ausgehen. Die Herausforderung bestand deshalb darin, die Patientin möglichst achsengerecht zu retten und unnötige Bewegungen zu vermeiden. Nach der erfolgreichen Vollimmobilisierung musste auch die Bergung ans Ufer organisiert werden. Neben dem Einsatz des Motorrettungsbootes wurde dafür auch der Einsatz eines SUP-Boards erprobt. Am Ufer erfolgte erneut die korrekte Übergabe an einen fiktiven Rettungsdienst, sowie Assistenz bei den notwendig notfallmedizinischen Maßnahmen.

Anschließend hieß es Material zusammenpacken und zurück zum Katastrophenschutzzentrum. Nach einer Stärkung stand die Unterweisung in den AED sowie die Schulung zum Einsatz supraglottischer Atemwegshilfen an. Diese medizinischen Hilfsmittel werden vor allem bei Reanimationen eingesetzt. Abschließende konnten die Teilnehmer ihr Wissen und Können im Rahmen einer Basic-Life-Support-Rezertifizierung unter Beweis stellen.

Nach einem langen und abwechslungsreichen Ausbildungstag wurde das gesamte eingesetzte Material gereinigt, überprüft und für den nächsten Einsatz vorbereitet. Die Übung machte einmal mehr deutlich, wie vielseitig die Aufgaben der Wasserwacht sind und wie wichtig regelmäßiges Training ist. Denn wenn es im Ernstfall darauf ankommt, muss jeder Handgriff sitzen.

Aqua Riese, Ausbildung, Bad Staffelstein, Landkreis Lichtenfels, wasserwacht


Rainer Horn