Training für den Ernstfall: Eisrettungsübung der Wasserwacht Bad Staffelstein fordert höchste Konzentration
Mit dem frostigen Start ins neue Jahr und dem damit verbundenen Zufrieren der Seen im Landkreis Lichtenfels nutzte die Wasserwacht Bad Staffelstein die Gelegenheit, eine Eisrettungsübung durchzuführen. Dabei trainieren die Spezialkräfte der Wasserrettungseinheit die Rettung einer im Eis eingebrochenen Person, was eines der anspruchsvollsten und gefährlichsten Einsatzszenarien ist. Die Herausforderung bei der Eisrettung besteht darin, dass die Eisdecke teilweise nicht tragfähig ist und sich dennoch mindestens eine Einsatzkraft über das Eis zur eingebrochenen Person vorarbeiten muss. Hierfür hält die Wasserwacht Bad Staffelstein einen speziellen Eisrettungsschlitten vor, der mithilfe einer Druckluftflasche, wie sie auch die Taucher benutzen, aufgeblasen wird. Der Retter bewegt sich auf dem Schlitten liegend vorwärts zur eingebrochenen Person. Sollte die Eisdecke nachgeben, bleibt der Schlitten schwimmfähig und kann sowohl Retter als auch die gerettete Person zuverlässig über Wasser halten. Eisrettungsschlitten und Retter sind zudem mit einem Seil gesichert, so dass die Kräfte an Land den Retter mit Schlitten einfach zurückziehen können, während dieser die gerettete Person festhält. Anschließend erfolgt an Land die medizinische Erstversorgung sowie die Übergabe an den Rettungsdienst.

Aufgrund des hohen Gefahrenpotenzials erforderte die Übung eine sorgfältige und detaillierte Vorbereitung. Der Technische Leiter Johannes Lohneis plante die Maßnahme im Vorfeld gemeinsam mit dem Wasserretterausbilder Jeremias Felix. Für umfassende Sicherheitsvorkehrungen wurden gesorgt: in unmittelbarer Nähe wurde ein beheizter Raum mit warmen Getränken zum Aufwärmen bereitgestellt, die eingesetzten Kräfte trugen nach Möglichkeit Trockenanzüge, um die Einsatzzeit zu verlängern und die darzustellende verunfallte Person war zusätzlich mit einem Seil gesichert.

Neben den aktiven Einsatzkräften nahmen auch Kameradinnen und Kameraden anderer Ortsgruppen an der Übung teil und nutzten die Gelegenheit zum Mittrainieren. Zudem verfolgten einige Kinder und Jugendliche der Wasserwacht Bad Staffelstein die Übung als interessierte Zuschauer. Nach einem kalten, aber äußerst lehrreichen Nachmittag kehrten alle Beteiligten wohlbehalten ins Katastrophenschutzzentrum zurück. Dort wurde das Material wieder aufbereitet, damit auch kommende Einsätze reibungslos verlaufen.

Ein herzlicher Dank gilt allen teilnehmenden Kräften sowie den Förderern der Wasserwacht Bad Staffelstein, die die Arbeit der Ortsgruppe in den vergangenen Jahren unterstützt haben. Die Wasserwacht Bad Staffelstein schließt sich der Warnung der Wasserwacht Bayern an, ausschließlich freigegebene Eisflächen zu betreten. Strömungen, Pflanzenbewuchs, Schneedecken, Sonneneinstrahlung und Temperaturwechsel können die Dicke der Eisschicht beeinflussen. Eine zunächst als stabil wirkende Eisdecke kann nur wenige Meter weiter bereits lebensgefährlich dünn sein. Sollte das Eis unter den Füßen knacken oder brechen, gilt sofort flach hinlegen und sich robbend in Richtung Ufer bewegen. Wird ein Eisunfall beobachtet, ist umgehend der Notruf 112 zu wählen, wodurch auch die Schnelleinsatzgruppen der Wasserwacht alarmiert werden. Gegebenenfalls kann die verunglückte Person durch das Anreichen eines Schals, Astes oder einer Stange bei der Selbstrettung unterstützt werden. Bitte begeben Sie sich dabei nicht selbst auf die Eisfläche.

Jeremias Felix